Rasenmähervollbeschäftigung


Achtung Rant! Nicht alles Folgende ist ernst zu nehmen. Aber manches.

7 Uhr 30 (morgens): Lärm vor meinem Fenster weckt mich auf. Huh? Achso, Motorsense! *rageface* Noch bevor ich mich schlaftrunken aufgerappelt und durch die Gardinen gelugt habe, ist mir klar: Die Ottawa-Konvention muss dringend um einen wichtigen Ausnahmetatbestand ergänzt werden! Besser ein Ende mit Getöse, als Getöse ohne Ende…

Depp! Kann der nicht warten, bis wenigstens die erste Vorlesung an der Uni angefangen hat, um seinem bekloppten Job nachzugehen? Und überhaupt, welcher Dummkopf kam eigentlich jemals auf die Idee, tote Pflanzen zu benutzen, um noch mehr Pflanzen tot zu machen? Motorsense! Gipfel der Dekadenz!

Können die Rasenmähfetischisten bitte mal von motorisiert und laut auf mechanisch und leise umschulen? Da sprängen sicher auch noch ein paar extra Arbeitsplätze bei raus. Sport an der frischen , Abgas-ärmeren Luft inklusive. Das entlastet die Krankenkassen, spart den Eintritt ins Fitnesstudio und schont das Gehör von allen!

Alternativ könnte man auch einfach wenn schon Schafe, dann die vierbeinigen einsetzen!

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3 Kommentare zur NRW-Wahl


Von Fritz EckengaVolker Pispers und Wilfried Schmickler (Direktlinks zu den MP3-Dateien). Zum Lachen und Nachdenken.

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Das Wasser der Erde


Mal wieder ein Rätsel: Wie groß etwa würde eine Kugel aus der gesamten Wassermenge unseres Planeten sein? Salz-, Süß-, Grundwasser, Eis, Wasserdampf aus der Atmosphäre.

Auflösung hier.

Ich lag ziemlich daneben ;-)

Nachtrag: Zum Vergleich hier das gleiche für Jupiters Mond Europa.

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Trugschlüsse wirtschaftlicher Kompositionen


Wer mal einige unverblümte Meinung zur Eurokrise hören möchte, dem seien die “Radio OpenSource“-Interviews mit Mark Blyth empfohlen (auf Englisch). Insb. Folge 8, in der Blyth erklärt, warum gerade Deutschland der EU und den USA die Butter vom Brot nimmt :-> Aber natürlich gäbe es keinen Grund zur Schadenfreude, denn (so Blyth) die deutsche Politik beachte nicht das Prinzip des “Trugschlusses der Komposition” (auf Englisch “Fallacy of composition“). Blyth erklärt es für die Eurokrise in etwa so: Sparen kann einen Land helfen, sich aus der Krise wieder aufzurappeln. Wenn aber alle europäischen Staaten gleichzeitig sparen, würde es für keinen funktionieren, da gestrichene Ausgaben in einem Staat fehlende Einnahmen eines anderen seien. Deutschlands Politik viele Jahre war nun (so Blyth in frühen Episoden der Interviewreihe), durch Niedriglohnpolitik die Wettbewerbsfähigkeit hoch zu halten und über massenweisen Export die importierenden Nachbarländer in die Verschuldung (signifikant auch bei deutschen Banken) zu treiben.

Ohne die Richtigkeit dieser Behauptung werten zu können oder wollen, fand ich das angesprochene Prinzip sehr interessant: Etwas kann vorteilhaft sein, wenn es nur von Wenigen getan wird, aber verheerend, wenn es von vielen konzertiert durchgeführt wird. Huh?

Ein lebensnahes Beispiel: Haushaltsgeräte, die für Linkshänder (Sind welche anwesend? Würde gerne Rückmeldung bekommen, ob das Beispiel passt!) konzipiert sind. Es gibt über den Daumen gepeilt etwa 10% Linkshänder. Für Haushaltsgerätehersteller, keine besonders lukrative (da kleine) Zielgruppe. Sparen sich alle Firmen, die Entwicklungskosten für links-händige Scheren, Korkenzieher etc. ist das schlecht für alle Linkshänder. Steigt nun eine Firma in dieses Marktsegment ein, kann sie es für sich beanspruchen, gut davon profitieren und die Linkshänder dürfen sich auch freuen. Firmen die sich heraushalten, würden wohl nicht beeinflusst. Steigen jedoch viele Firmen in den Linkshändermarkt ein, müssen sie relativ hohe Einstiegskosten aufbringen, die von einer weiter aufgeteilten Zielgruppe schwieriger wieder reinzuholen sind. Für alle Firmen wird sich das Geschäft dann weniger lohnen, die Linkshänder muss es nicht jucken.

Und was das alles jetzt für die Euro-Zone bedeutet? Da bin ich überfragt, recherchiere aber zur Sicherheit schonmal die Einbürgerungsbestimmungen einiger Länder, die in meinen Augen den ganzen Krisenkokolores nicht mitmachen ;-)

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Grundsätzliches zur Atomkraft


Über Twitter hatte mich die Piraten AG “Ausstiegskritische Nuklearia” auf eine Versuchsanlage zur Urananreicherung aus mineralischem Phosphatdünger aufmerksam gemacht. Was zu einer ausgiebigen Diskussion führte (Screenshot), in der meine Haltung zur Nutzung der Atomkraft (im Sinne von Kernspaltung; Fusion ist ‘ne ganz andere Diskussion) offenbar nicht ganz rüberkam.

Also hier mal ausführlicher als es noch so viele 140-Zeichenblöcke zulassen: Die Versuchsanlage zur Abtrennung von Uranspuren aus Mineraldünger find’ ich interessant und erforschenswert. Im Umkehrschluss heißt das nämlich, dass bis jetzt der in der Landwirtschaft großflächig eingesetzte Mineraldünger die Uranspuren noch drinne hat. Lecker. Jeder Verringerung der Uranbelastung in diesem Bereich ist zu begrüßen. Auf der anderen Seite bedeutet ja die Abreicherung des Düngers eine Anreicherung des Urans. Was wiederum seine ganz eigenen Risiken mitbringt.

Die von der Nuklearia und EsoWatch vorgebrachten Argumente, dass Uran ja sowieso in Spuren in unserer Umwelt enthalten ist, überzeugen mich nicht. Es ist ja gerade der industrielle Abbau von Uran (-erz oder im Gemisch mit Phosphatmineralien), der die Uranmenge in unserer Umwelt erhöht. Sowohl in der Form von Abraum, der direkt in die Umwelt gelangt (siehe Filme “Uranium – Is it a country?” und “Yellow Cake“), als natürlich auch über den Umweg der angereicherten Brennstäben. Deren Lagerung natürlich auch, problematisch ist. An dieser Stelle sei auch der Film “Into Eternity” empfohlen. IMHO der beste, weil nüchternste Kommentar zur heutigen Nutzung der Atomkraft.

Unter’m Strich gehe ich also bei meiner Meinungsbildung zur Nutzung von Atomkraft mit folgenden Grundsätzen ran:

  • Sie brachte sowohl unseren Wohlstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als auch unglaubliches Leid (siehe Atomwaffen und AKW-Havarien).
  • Besser, man hätte gar nicht erst damit angefangen. Hat man aber, also müssen wir heute mit dem Folgen klarkommen und mit der vorhandenen Technik umgehen (lernen).
  • Egal, wie groß die Vorräte an spaltbarem Material noch sein mögen, sie sind endlich. Also lieber früher als später auf erneuerbare Energien umsteigen. In der Form eines geordneten Rückzugs, der im Zweifelsfall auch das Akzeptieren von höheren Strompreisen notwendig macht.

 

 

 

 

 

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Agent réparateur – Ich repariere, also bin ich


Eine sehr hörenswerte Ausgabe von hr2 Der Tag zum Thema Wegwerfgesellschaft:

Schon mal den Ehrgeiz entwickelt, ein kaputtes Mobiltelefon selber zu reparieren? Das können Sie vergessen. Wenn überhaupt jemand, dann kann das nur ein Profi, Heimwerker haben beim Handy überhaupt keine Chance. Wenn das Display versagt, landen deshalb die meisten Mobiltelefone umgehend auf dem Müll. Was werden wir erst machen, wenn demnächst die gesamte Technik unserer Häuser digital vernetzt ist und irgendwo geht was kaputt? Selber reparieren geht ja nicht mehr. Es wird ein Kulturschock für uns. Denn zu der Geschichte der Technik gehört die Erfahrung: Ich repariere, also bin ich. Nur Deppen werfen alles weg. In der digitalen Welt sind wir aber alle Wegwerfer. Oder doch nicht?

MP3: Direktlink, Archiv

Diese Sorge teile ich vollständig. Mir selbst vergeht sogar oft die Kauflust, wenn ich mir überlege, was ich mit dem technischen Gerät machen soll, wenn es eines Tages kaputt gehen sollte oder ich es aufrüsten möchte.

Bei Desktopcomputern vs. Laptops ist die Zwickmühle zur Zeit am größten: Entscheide ich mich für einen Desktop, sodass ich alle Bauteile selber aussuchen und zusammenbasteln kann (ein nicht zu unterschätzender Spaßfaktor!), oder für einen Laptop, der stressfrei und installierfertig geliefert wird? Wobei letzteres natürlich bei geringerer Leistungsfähigkeit teurer ist und weniger Basteloptionen bietet, ersteres aber mit höherem Material- und Energieverbrauch einhergeht. Beides unansehnliche Seiten derselben Medaille :-(

Hinzu kommt noch die in der Technikverkaufswelt grassierende Zubehöritis. Jedes Handy kommt mit einem eigenen Ladekabel (nach nur wie vielen Jahren hat die EU-Kommission hier endlich Abhilfe geschaffen?), Bildschirme mit mehreren Anschlusskabeln, Grafikkarten mit SLI/CrossfireX bridges (egal ob man das haben will oder nicht), Mainbaords ebenfalls mit SLI/CrossfireX bridges und Laufwerksanschlusskabeln (egal, wieviele man davon braucht). Mindestens die Hälfte dieses Zubehörs landet meiner Erfahrung nach in irgendeiner Kiste. Ich prangere das an! Glücklich, wer es über eBay verhökern kann, oder es übers Herz bringt, es einfach wegzuschmeißen.

Könnten die Hersteller nicht nur das minimal notwendige Zubehör beilegen, den Produktpreis senken und weiteres Zubehör optional anbieten. Ich brauche keine Grafikkartenadapter, nur ein Bildschirmkabel und nur so viele Laufwerkskabel, wie ich Laufwerke im PC habe!!! Ja, es wäre etwas weniger komfortabel sich bei einem Kauf zu überlegen, ob und welches Zubehör man benötigt. Aber das Hirn anstrengen hat noch niemandem geschadet. Es aus Bequemlichkeit abzuschalten und den Ressourcen- und Energieverbrauch dem Markt zu überlassen, schadet der Umwelt und letztendlich uns allen.

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Evo ex machina


Leugnet heute eigentlich noch jemand die Existenz von Elektromagnetismus oder behauptet noch jemand, dass die Erde keine Kugel sei? Absurde Vorstellungen, schließlich basiert unsere Zivilisation heute zum großen Teil auf der Verfügbarkeit und Nutzung von elektrischer Energie, und der Tatsache, dass

Menschen und Waren in beide/alle Himmelsrichtungen transportiert werden können, ohne irgendwo über die Kante zu fallen. Für die Evolutionsleugner fängt so langsam auch diese Zeit an, in der eine eh schon längst wissenschaftlich belegten Tatsache, auch substanziell greifbar wird, da sie technisch nutzbar gemacht wird.

Zugegebenermaßen ist für den Laien die Existenz von Elektrizität noch immer leichter spürbar zu machen, als die von Evolution. Was könnte eine, zu an ‘ner 12V Batterie lecken, equivalente Erfahrung von Evolution sein?

In diesem Blogartikel möchte ich ein paar Entwicklungen aus diesem Themenkomplex möglichst allgemeinverständlich zusammenfassen. Fragen bitte in die Kommentare.

Los geht’s mit diesen beiden Papern: Esvelt, Carlson and Liu – A system for the continuous directed evolution of biomolecules (zusammengefasst von Baker – Directed evolution made easy) und Meyer and Ellington – Molecular evolution picks up the PACE beschreiben eine Methode zur schnellen und kontinuierlichen Evolution von E. coli Baktieren. Eine “Runde” Evolution besteht normalerweise aus Mutation, Genexpression und Selektion in einzelnen, aufwändigen Schritten. PACE (Phage-assisted continuous evolution) dagegen nutzt die Hilfe von Bakteriophagen (Viren, die nur Bakterien befallen), um die Zielgene zu mutieren (während des viralen Kopiervorgangs), und von einer Bakteriengeneration auf die nächste zu übertragen (Ausbruch einer Phagengeneration aus alten Wirtszellen und Infektion von neuen) . Das Ganze findet in einer “Lagune” statt, in die ständig neue Wirtsbakterien und Nährlösung einströmen (siehe Abbildung 1).

Abbilding 1: Schematische Übersicht des PACE-Systems.

Abbilding 1: Schematische Übersicht des PACE-Systems.

Der Trick ist nun, dass wichtige Fortpflanzungsgene des Phagen aus seinem Erbgut entfernt und auf einem zusätzlichen Plasmid wieder hinzugefügt wurden. Die Expressionsrate dieses Plasmids (und damit die Replikationsfähigkeit des Phagen) wird nun an die gewünschte Proteinaktivität gekoppelt. Diese wiederum unterliegt der normalen Mutationsrate, sodass in jeder Infektions- und Phagenproduktionsrunde verschiedene Genvarianten mit einander konkurrieren. Welche kann das zur Replikation nötige Plasmid besser exprimieren? Die Selektion erfolgt also schlichtweg über die Anreicherung derjenigen Phagenklone, die sich selbst schneller replizieren und wieder neue Bakterien infizieren können.

Nach vielen solcher Runden kann man so ein Originalgen (und damit auf das entsprechende Protein) nach bestimmten Kriterien “hochzüchten”. Beispielsweise wurde die Transkriptonsmaschinerie (RNA-Polymerase) des T7 Phagen darauf getrimmt, ein anderes Startnucleotid und eine andere DNA-Sequenz zur Transkriptionsinitiation zu benutzen. Dies könnte in Zukunft nützlich sein, künstliche Gene (z.B. für industrielle Prozesse) von den natürlichen zu isolieren. Wie Fabriken eben auch aus teilweise abgetrennten, modularen Maschinen bestehen, die zwar zusammenarbeiten, aber im Notfall auch einzeln ausgetauscht werden können.

So, der Anfang ist gemacht. Weitere Paper, die ich hier auch noch zusammenfassen und vorstellen möchte:

Lehman – Continuous evolution: Protein evolution at warp speed

Marlière, Mutzel et al. – Chemical Evolution of a Bacterium’s Genome

[...] Statt des venterschen Computers haben wir sozusagen die darwinsche Dampfmaschine benutzt [...]

http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1116416

Wang, Church et al. – Programming cells by multiplex genome engineering and accelerated evolution

[...] Just as labs all over the world now buy thousands of automated DNA sequencing machines, so Church envisions them buying automated evolution machines. [...] He hopes the machines will greatly accelerate the process of producing novel microbes. [...]

http://www.newscientist.com/article/mg21028181.700-evolutio n-machine-genetic-engineering-on-fast-forward.html?full=true

Im Moment fehlt mir dazu leider der Zugang zum Uninetz und damit zu den Volltexten der Artikel.

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